September 26

Ich bin gerade auf der Suche nach einem Dissertationsthema. So einfach sich das (möglicherweise) anhört, so kompliziert gestaltet es sich doch, wenn man eigentlich über alles schreiben könnte. Schließlich sollte es mich auch in drei Jahren (die ich möglicherweise brauchen werde) noch interessieren, fesseln und beschäftigen.

Um meine Gedanken zu sammeln, in Bahnen zu lenken und irgendwann einen gewissen Überblick zu bekommen, ob das Ganze für eine Diss reicht, diese sogar sprengen oder doch eher nur das Ausmaß einer Magisterarbeit annehmen würde, bin ich auf der Suche nach kleinen feinen Freeware-Tools, die mir vor Augen halten, was mein Kopf zusammenspinnt.

Vor etwa einem Jahr bin ich dabei auf xmind gestoßen. Damit lassen sich (auch in der kostenlosen Version) umfangreiche Mindmaps erstellen, sogar in unterschiedlichen Layouts (Baum-, Fischgrät- etc.), farbig, mit Symbolen etc. Die verschiedenen Ebenen lassen sich ein- und ausklappen und obwohl ich vorher nie etwas mit Mindmaps zutun gehabt hatte, hat mich das Ganze recht schnell überzeugt. Allerdings doch nicht so sehr, um 49$ pro Jahr für die Vollversion auszugeben.

Über das Kolloquium (für Magistranden und Doktoranden gleichermaßen; kleiner Lehrstuhl, you know…) bin ich dann auf das Konzept des Zettelkastens gekommen. Da dieses Hilfsmittel meist in Verbindung mit Niklas Luhmann genannt wird, und ich diesen aus meinem Soziologiestudium als sperrig und wenig sympathisch (zumindest seine Systemtheorie, wir wurden uns nie vorgestellt) in Erinnerung habe, lag der Zugang zum Zettelkasten eher fern. Letzte Woche hab ich mich dann doch mal überwunden und siehe da, so uneingängig, wie Luhmann vermuten ließ, ist das gar nicht. Die Freeware dazu heißt Zettelkasten (lag nahe), ähnelt aber von der Logik her sehr citavi, welches ich von der Uni aus kostenlos sogar in der Pro-Version nutzen kann. Textzitate mit Literaturangabe und Schlagwörtern zu sammeln, zu gruppieren und hierarchisch zu ordnen (gemäß einer Gliederung) sind die Funktionen, für die ich citavi hauptsächlich genutzt habe. Großartig dabei ist außerdem der citavi-Picker, der (wenn aktiviert) mir jede isbn-Nummer auf einer beliebigen Website in citavi importiert und meine Literatursammlung somit ständig vergrößert. Nur lesen muss ich selbst :)

Ich denke, DAS Programm für alle Belange habe ich noch nicht gefunden. Ich mag die grafische Aufbereitung in xmind, die mir die Zusammenhänge und Nebenstränge meines erdachten Themas vor Augen führt. Allerdings fehlen dort die Schlagworte und die sinnvolle Belegung durch Literaturverweise. Diese hab ich beim Zettelkasten. Allerdings weiß ich dort noch nicht, ob er mir auch eine übersichtliche Literaturliste wie in citavi zusammenstellt, welches zusätzlich auch noch den Vorteil des Pickers hat. Allerdings hab ich citavi nur, solange ich Mitarbeiter (oder Student) der Uni bin. Muss also alles gut durchdacht werden.

Über weitere Empfehlungen bin ich natürlich jederzeit dankbar! Auch über Tipps, die erwähnten Programme sinnvoller und gründlicher zu nutzen.

Nachtrag:
Nachdem ich mich gerade in den Zettelkasten einzuarbeiten versuche, bin ich auf den youtube-Kanal von Daniel Lüdecke gestoßen. Dort werden z.B. anschaulich und kurz der Gebrauch und die Möglichkeiten der “Schreibtisch”-Funktion erläutert, die sich mir nicht so ganz intuitiv erschlossen haben. Allerdings bemerke ich immer mehr, dass die Ähnlichkeit zu Citavi, v.a. mit der Schreibtischfunktion, die eine Gliederung ermöglicht und das Hinzufügen von Zetteln zu Gliederungspunkten, doch groß ist. Und bevor ich zwei Programme habe, deren Gliederungen und Zitate ich immer auf dem neuesten Stand halten müssten, sollte ich mich doch für eins entscheiden. Der Zettelkasten taugt allerdings auch zum schnellen Notieren von Geistesblitzen, wofür ich in citavi (soweit ich bisher weiß) erst eine betreffende Literatur bräuchte, der ich den Gedanken zuordnen könnte. Wenn das so weiter geht, gehe ich wieder zum papiernen Notizbuch zurück, um meine spontanen Einfälle und to-dos zu verwalten ;)